Teil der Ausstellung Personal Structures — Open Borders, Giardini Marinaressa (13.5.–26.11.2017, Katalog S. 567)
mehr Fotos: Thomas Molck

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Die Installation Der böse Blick besteht aus zwei Teilen: einer überdimensionierten aufgestellten Hand und zwei dahinter versteckten Figuren. Die Figuren haben beide sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsmerkmale wie Brüste oder Penis.
Die Blickrichtung kehrt sich also um: Die Besucher schauen quasi durch das Auge und können dahinter — stark verzerrt — die beiden Figuren entdecken, die ansonsten von der Hand verborgen sind. Von Weitem erinnert der Türspion zugleich an die Mitte einer Zielscheibe und wirkt bedrohlich. Die Blicke der Betrachtenden treffen die Figuren ungeschützt, während die Besucher vor den Figuren verborgen sind. Türspione lassen den Blick nur in einer Richtung zu.
Der Installationsaufbau markiert damit ein Blickregime und die Hand wirkt doppeldeutig: Einerseits bietet sie den Figuren vermeintlichen Schutz vor dem „bösen Blick", andererseits schafft sie einen Raum, in dem die Figuren den Blicken anderer ausgeliefert sind, in ihrer Andersartigkeit noch betont. Oder gilt der vermeintliche Schutz gar nicht den Transfiguren? Sollen gar die Besucher geschützt werden, vor der Andersartigkeit von Transmenschen? Werden damit die transphoben gesellschaftlichen Mechanismen offengelegt?

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